Neues aus der Babykiste

Die Zeit kann gar nicht schnell genug rum gehen, bis der nächste Frauenarzttermin ansteht und wir unser kleines Baby wiedersehen können. Ich bin regelmäßig so aufgeregt, bevor ein Termin ansteht und mache mir gleichzeitig Gedanken – ich denke das werde ich nicht abstellen können. In meinem Kopf werden sich immer tausend Fragen ansammeln und ich werde mir immer Gedanken machen ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Diese Sorgen sind zum Glück unbegründet gewesen. 

Gestern war es dann endlich soweit – unser großes 2. Trimester-Screening stand an, ich war inzwischen in der 19. Schwangerschaftswoche und wir waren wirklich voller Erwartung, denn bislang kannten wir das Geschlecht unseres Babys nicht und hofften, dass es sich nin ändern würde. Unser Termin war um 17 Uhr, nur war ich an dem Tag schon um 6 Uhr wach. Ich konnte einfach nicht mehr schlafen, auch wenn ich sehr müde war – zu hibbelig war ich. Und so hatte ich viel Zeit totzuschlagen, bis wir los mussten. Lernen, Kochen, stylen… für all das hatte ich ausgiebig Zeit. Und dann durften wir endlich los. Wir haben beide kein Auto, deshalb müssen wir bei sowas leider immer auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurück greifen. Nur wurden an den Ubahn-Schienen grade Bauarbeiten durchgeführt, das bedeutete 2 mal umsteigen. Dadurch waren die Ubahnen natürlich überfüllt und es war warm. Mir ist sowieso dauernd zu warm, da machte es das nicht grade besser 😃

Der Termin dauerte natürlich länger als die anderen Vorsorgetermine, aber das war abzusehen  und war auch gut so. Bei Ultraschall erklärte der Arzt uns immer schön alles und zeigte mir auch, wie mein Baby in meinem Bauch lag, damit ich eine gewisse Vorstellung davon machen konnte. Das war schon sehr hilfreich, denn was da drinnen vorgeht sieht man ja nicht, man fühlt es gegebenenfalls. Als er das Herz geschallt hat war ich besonders ängstlich und habe wirklich gehofft, dass alles in Ordnung ist und mein Herzfehler sich nicht erblich auf das Kind übertragen hat – denn das war etwas, dass uns kein Arzt sagen konnte – ist der Herzfehler vererbbar oder nicht? Aber er sagte, dass soweit alles gut aussah und ich konnte aufatmen. Während dem Ultraschall musste ich wirklich auch lachen, weil der Arzt ein wenig verzweifelt war, da das Baby wirklich keine Minute still halten wollte. Auch wollte es sich nicht so gerne im 3D-Abbild aufs Gesicht schauen lassen und immer die Hand davor gelegt. Und dann kam natürlich die spannende Frage – Junge oder Mädchen? Tja, auch da machte es das Baby dem Gynäkologen nicht so einfach, warum auch 😃 Er konnte nur gelegentlich einen Blick auf den Genitalbereich legen, aber er sagte schließlich, dass er davon ausgehe, dass es ein Mädchen ist, aber er will seine Hand dafür nicht ins Feuer legen. Ich schaute natürlich sofort zu meinem Freund. Dieser war ja der festen Überzeugung, dass es ein Junge wird und man sah das Lächeln, dass er die ganze Zeit auf dem Gesicht hatte leicht schwinden – damit hatte er nicht gerechnet 😃 Ich fragte den Arzt nochmal und er sagte, dass er wirklich denkt es wird ein Mädchen und fragte dann, ob das etwa schlimm sei. Natürlich nicht! Ich freute mich wahnsinnig, denn ich hatte mir schon immer eine kleine Tocher gewünscht. Lustig war ja auch, dass mir kaum einer zutraut einen Jungem zu kriegen. Die meisten sagten, ich würde ein Mädchen kriegen – eine „Mädchen-Mama“ nannte man mich. Verrückt, wie man sich da schon vorher so festlegt, aber es stimmt. Ich ertappte mich auch schön öfter dabei, wie ich sagte, dsss ein Junge oder ein Mädchen zu einem gewissen Elternteil passte. 

Ich bin sehr froh, dass dieser Termin so verlief und man uns beruhigen konnte. Unser Kind scheint gesund zu sein und gut entwickelt und es scheint alles genau so zu verlaufen, wie es soll. Durch meinen Herzfehler wird aber noch einmal genauer draufgeschaut ob mit dem Baby alles stimmt und so muss ich einen Termin wahrnehmen bei einem Spezialisten, der einen exakten Organultraschall vornehmen wird. Diesen Termin habe ich auch schon vor zwei Wochen ausgemacht, als die Riskiosprechstunde für Schwangere mit komplexen Herzfehlern sich dafür ausgesprochen hat. Diesen Termin haben wir Anfang September, also sind noch ein paar Wochen Zeit bis dahin und ich kann es kaum erwarten unser Baby – unser Mädchen, dann wiederzusehen 😍

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Ein Arzttermin jagt den nächsten…

Das erste Trimester verging im Nachhinein, wie im Flug, doch wenn man drin steckt, könnte es gar nicht schnell genug rum gehen. Mal abgesehen davon, wie schlimm die Umstellung für den Körper ist und welche Schwangerschaftssymptome einen plagen, ist da noch die Angst, dass im ersten Drittel der Schwangerschaft etwas passieren könnte. Ich glaube alle Mamas und alle die noch Mamas werden sind damit vertraut. Man macht sich verrückt, achtet auf jede Kleinigkeit und denkt ständig nach. Am besten sollte man das Internet in dieser Zeit meiden, denn das hilft einem nun wirklich nicht weiter. Was ich alles für Statistiken gelesen habe und die traurigen Geschichten die manche Sternchenmamis geteilt haben machten das warten auf das Ende der 12. Woche unerträglich. 

Aber alles lief gut – zum Glück. Und mein kleines Baby entwickelte sich gut. Das Problem an der Sache war eher ich. Ging es mir im ersten Trimester noch recht gut, so schlug mein Körper ab der 14. Woche richtig zu. 

Dazu muss man sagen, dass ich einen angeborenen Herzfehler habe. Ich wünschte ich könnte diesen jetzt etwas runter spielen und sagen, dass er recht banal ist, doch wäre das eine glatte Lüge. Ich könnte jetzt ein paar Diagnosen hinknallen, und vielleicht könnte manch einer etwas damit anfangen, aber ich denke für viele wäre das eher langweilig. Ich kann aber soviel sagen, dass ich schon einen langen Weg hinter mir habe und dieser noch nicht vorbei ist. Alleine fünf OPs am offenen Herzen reichen einem schon für ein Leben lang. Leider wird mein Herzfehler nie geheilt sein und ich werde mich immer wieder langen und schweren Operationen unterziehen müssen, die nicht einfacher werden. Laut meinen Ärzten bin ich ungefähr bei der Hälfte meiner Lebenserwartung angekommen und werde irgendwann ein neues Herz benötigen müssen. Aber ich versuche das etwas positiver zu sehen. Die Medizin entwickelt sich immer weiter und irgendwann wird es vielleicht Mittel und Wege geben, mir und auch anderen Menschen mit ähnlichen Fehlbildungen und Komplikationen am Herzen zu helfen. 🙂 

Doch dieser Herzfehler war es auch, der meine Ärzte dazu bewog, mir zu sagen, dass sie mit enormen Schwierigkeiten rechnen müssen, wenn ich einmal schwanger werden würde. Sie haben es mir nie verboten und mir auch nie davon abgeraten, aber sie warnten mich, dass es ein sehr beschwerlicher Weg sein würde. Sie behielten nun also Recht. Denn ab der 14. Woche merkte ich immer wieder sie die Luft knapper wurde. Ich hatte schon mit den kleinsten Dingen meine Probleme. Ein mal die ganze Wohung durch saugen? Unvorstellbar ohne mehrere Pausen. Ich kam außer Puste, wenn ich putzte oder nur mal etwas schneller gehen musste. Vom Treppensteigen fang ich gar nicht erst an. Und dann waren da ständig die Stolperer, die mein Herz machte, das Rasen, dass aufeinmal kam, wenn ich ruhig im Sessel saß und etwas gelesen habe. Ich spürte meinen Herzschlag bis in den Hinterkopf, mein Kreislauf machte mir Probleme. Zwar war mein Puls erhöht, aber mein Blutdruck niedrig, deshalb neigte ich dazu zu kollabieren. Das alles schmälerte dieses wunderschöne Erlebnis ein Kind in sich zu tragen natürlich etwas. Ich weinte oft weil ich mich überfordert fühlte, bemühte mich gleichzeitig aber, doch ruhig zu bleiben, damit es meinem Baby gut ging. Das war alles andere als einfach und verlangte mir viel ab. 

Und auch die weiteren Unersuchungen die ich hatte machten es nicht einfacher. Die Frauenarzttermine waren für mich immer etwas schönes, denn da ging es nicht um mich, sondern um unser Baby. Aber meine Kardiologin raubte mir schnell alle Illusionen. Ihre Untersuchungen ergaben, dass mein Herz jetzt schon stark belastet ist und das meine rechte Herzkammer seit dem letzten Mal vergrößert ist. Der Ultraschall den sie durchführte dauerte ewig und das beunruhigte mich sehr. Wir führten anschließend ein längeres Gespräch in dem sie mir einige Ratschläge gab, unter anderem müsste ich zu einer speziellen Sprechstunde für Schwangere mit angeborenen Komplexen Herzfehlern. Vor ein paar Tagen rief ich dort an um einen Termin auszumachen und erklärte dort meine Situation. Die Mitarbeiterinnen waren sehr nett und verständnisvoll, aber man sagte mir auch, dass sie es nicht verstehen, warum ich noch nicht auf einer kardiologischen Station zur Überwachung liege. Irgendwie schockierte mich diese Aussage, denn ich selbst schätzte die Situation nicht als so dramatisch ein. Versteht nicht nicht falsch. Ich fühlte mich nicht gut, aber so ging es mir schon sehr, sehr oft in meinem Leben und deshalb lag es mir fern in ein Krankenhaus zu gehen. Wenn man seine halbe Kindheit in einem Krankenhaus verbringt, hat man Schwierigkeiten damit, sich wieder dorthin zu begeben und keine negativen Gefühle zu entwickeln. Da ich erstmal nicht ins Krankenhaus möchte, werde ich jetzt eine ganze Menge Arzttermine bewältigen müssen. Sollte sich mein Zustand verschlimmern, werde ich aber natürlich vernünftig sein, denn hier geht es nicht nur um mich. Aktuell freue ich mich über jeden Tag an dem es uns gut geht und wir zuhause verbringen können, doch mir ist bewusst, dass dies nicht so bleiben wird und ich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein paar Aufenthalte in der Klinik buchen kann. 

Heute freu ich mich allerdings darüber, dass wir die 18. Schwangerschaftswoche erreicht haben und ich meinen kleinen Bauchzwerg immer öfter spüre 🙂 ❤

Oh Baby… wie es weiter ging… 

Nun wusste ich also, dass ich ein Baby erwartete. Ich würde Mama werden. In meinem Kopf spielten sich gefühlte 1000 Gedanken ab. Selbstverständlich überwog die Freude. Aber da war auch so viel Angst…

Angst darüber wie mein Freund reagiert…

Angst darüber was passiert, wenn er es nicht will – unsere Beziehung war kritisch… was wenn sie das nicht überstehen würde? 

Ich hatte Angst, dass der Test doch nicht richtig war und ich am Ende gar nicht schwanger war

Oder das mein Herzfehler, den ich seit Geburt an habe zu einem enormen Problem wird… 

Da war so viel Angst, und doch konnte ich nicht aufhören zu grinsen… Nein. Negative Gedanken waren nicht angebracht. Es würde alles gut werden! Das sagte ich mir fest. 

Nun war die Zeit gekommen, es ihm zu sagen. Ich hatte mir schon oft darüber Gedanken gemacht, wie ich sowas verkünden würde, hatte die süßesten Ideen im Kopf – doch wie soll man sie umsetzen, wenn der andere sich nicht meldet? Also habe ich ihm lediglich ein Bild gesendet, in der Hoffnung das er darauf reagieren würde, wenn er schon meine vielen Nachrichten, die ich ihm die letzten Tage geschickt hatte, ignoriert hatte. Ich schickte ihm lediglich ein Bild und wartete… 

    

Und die Antwort kam schneller als gedacht. Er war geschockt, konnte es nicht glauben. Versprach aber zu mir zu kommen und mit mir zu reden. Wieder warten. Ich konnte aber nicht warten. Ich musste raus, ein wenig laufen. Also schnappte ich mein Handy und meine Kopfhörer und spazierte ein wenig draußen herum und hing meinen Gedanken nach. Ich lief Richtung Ubahn und traf dort meinen Freund und wir gingen zu einem Spielplatz in der Nähe, und setzten uns. Anfangs war es eher so, dass wir schwiegen. Wie redet man am besten über sowas? Aber dann kam das Gespräch doch ins Rollen… 
Wir wollten beide Kinder. Aber der Zeitpunkt war so ungünstig. Aber wann ist ein Zeitpunkt jemals günstig? Es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt. Irgendwas ist immer. Und deshalb enttäuschte mich seine Reaktion am Anfang sehr. Ich weinte, er wusste nicht damit umzugehen. Wir gingen nach Hause und redeten auch dort noch weiter. Irgendwann musste er wieder nach Hause und ich sagte ihm, er solle nachdenken, nochmal darüber schlafen und vielleicht sieht er das ganze dann ja anders. 

Und ein paar Tage später hatten wir den Termin beim Frauenarzt, bei dem er mit dabei sein wollte. Und siehe da… er war wie ausgewechselt – er machte Witze, wirkte gelöster und so als würde er sich freuen. Zwar war er noch etwas verhalten, aber als er dann das erste Mal unser Baby sah – zumindest das was man davon sehen konnte in diesem Stadium – akzeptierte er das was auf uns zukam. Er war bereit Papa zu werden und bestätigte das, was ich mir am Anfang gesagt hatte:

Alles wird gut! Wir bekommen unser Baby 😍

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