Ein Arzttermin jagt den nächsten…

Das erste Trimester verging im Nachhinein, wie im Flug, doch wenn man drin steckt, könnte es gar nicht schnell genug rum gehen. Mal abgesehen davon, wie schlimm die Umstellung für den Körper ist und welche Schwangerschaftssymptome einen plagen, ist da noch die Angst, dass im ersten Drittel der Schwangerschaft etwas passieren könnte. Ich glaube alle Mamas und alle die noch Mamas werden sind damit vertraut. Man macht sich verrückt, achtet auf jede Kleinigkeit und denkt ständig nach. Am besten sollte man das Internet in dieser Zeit meiden, denn das hilft einem nun wirklich nicht weiter. Was ich alles für Statistiken gelesen habe und die traurigen Geschichten die manche Sternchenmamis geteilt haben machten das warten auf das Ende der 12. Woche unerträglich. 

Aber alles lief gut – zum Glück. Und mein kleines Baby entwickelte sich gut. Das Problem an der Sache war eher ich. Ging es mir im ersten Trimester noch recht gut, so schlug mein Körper ab der 14. Woche richtig zu. 

Dazu muss man sagen, dass ich einen angeborenen Herzfehler habe. Ich wünschte ich könnte diesen jetzt etwas runter spielen und sagen, dass er recht banal ist, doch wäre das eine glatte Lüge. Ich könnte jetzt ein paar Diagnosen hinknallen, und vielleicht könnte manch einer etwas damit anfangen, aber ich denke für viele wäre das eher langweilig. Ich kann aber soviel sagen, dass ich schon einen langen Weg hinter mir habe und dieser noch nicht vorbei ist. Alleine fünf OPs am offenen Herzen reichen einem schon für ein Leben lang. Leider wird mein Herzfehler nie geheilt sein und ich werde mich immer wieder langen und schweren Operationen unterziehen müssen, die nicht einfacher werden. Laut meinen Ärzten bin ich ungefähr bei der Hälfte meiner Lebenserwartung angekommen und werde irgendwann ein neues Herz benötigen müssen. Aber ich versuche das etwas positiver zu sehen. Die Medizin entwickelt sich immer weiter und irgendwann wird es vielleicht Mittel und Wege geben, mir und auch anderen Menschen mit ähnlichen Fehlbildungen und Komplikationen am Herzen zu helfen. 🙂 

Doch dieser Herzfehler war es auch, der meine Ärzte dazu bewog, mir zu sagen, dass sie mit enormen Schwierigkeiten rechnen müssen, wenn ich einmal schwanger werden würde. Sie haben es mir nie verboten und mir auch nie davon abgeraten, aber sie warnten mich, dass es ein sehr beschwerlicher Weg sein würde. Sie behielten nun also Recht. Denn ab der 14. Woche merkte ich immer wieder sie die Luft knapper wurde. Ich hatte schon mit den kleinsten Dingen meine Probleme. Ein mal die ganze Wohung durch saugen? Unvorstellbar ohne mehrere Pausen. Ich kam außer Puste, wenn ich putzte oder nur mal etwas schneller gehen musste. Vom Treppensteigen fang ich gar nicht erst an. Und dann waren da ständig die Stolperer, die mein Herz machte, das Rasen, dass aufeinmal kam, wenn ich ruhig im Sessel saß und etwas gelesen habe. Ich spürte meinen Herzschlag bis in den Hinterkopf, mein Kreislauf machte mir Probleme. Zwar war mein Puls erhöht, aber mein Blutdruck niedrig, deshalb neigte ich dazu zu kollabieren. Das alles schmälerte dieses wunderschöne Erlebnis ein Kind in sich zu tragen natürlich etwas. Ich weinte oft weil ich mich überfordert fühlte, bemühte mich gleichzeitig aber, doch ruhig zu bleiben, damit es meinem Baby gut ging. Das war alles andere als einfach und verlangte mir viel ab. 

Und auch die weiteren Unersuchungen die ich hatte machten es nicht einfacher. Die Frauenarzttermine waren für mich immer etwas schönes, denn da ging es nicht um mich, sondern um unser Baby. Aber meine Kardiologin raubte mir schnell alle Illusionen. Ihre Untersuchungen ergaben, dass mein Herz jetzt schon stark belastet ist und das meine rechte Herzkammer seit dem letzten Mal vergrößert ist. Der Ultraschall den sie durchführte dauerte ewig und das beunruhigte mich sehr. Wir führten anschließend ein längeres Gespräch in dem sie mir einige Ratschläge gab, unter anderem müsste ich zu einer speziellen Sprechstunde für Schwangere mit angeborenen Komplexen Herzfehlern. Vor ein paar Tagen rief ich dort an um einen Termin auszumachen und erklärte dort meine Situation. Die Mitarbeiterinnen waren sehr nett und verständnisvoll, aber man sagte mir auch, dass sie es nicht verstehen, warum ich noch nicht auf einer kardiologischen Station zur Überwachung liege. Irgendwie schockierte mich diese Aussage, denn ich selbst schätzte die Situation nicht als so dramatisch ein. Versteht nicht nicht falsch. Ich fühlte mich nicht gut, aber so ging es mir schon sehr, sehr oft in meinem Leben und deshalb lag es mir fern in ein Krankenhaus zu gehen. Wenn man seine halbe Kindheit in einem Krankenhaus verbringt, hat man Schwierigkeiten damit, sich wieder dorthin zu begeben und keine negativen Gefühle zu entwickeln. Da ich erstmal nicht ins Krankenhaus möchte, werde ich jetzt eine ganze Menge Arzttermine bewältigen müssen. Sollte sich mein Zustand verschlimmern, werde ich aber natürlich vernünftig sein, denn hier geht es nicht nur um mich. Aktuell freue ich mich über jeden Tag an dem es uns gut geht und wir zuhause verbringen können, doch mir ist bewusst, dass dies nicht so bleiben wird und ich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein paar Aufenthalte in der Klinik buchen kann. 

Heute freu ich mich allerdings darüber, dass wir die 18. Schwangerschaftswoche erreicht haben und ich meinen kleinen Bauchzwerg immer öfter spüre 🙂 ❤

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