Und dann kam Mila…

Wie die meisten von euch wissen, hatten wir einen festgesetzten Zeitpunkt für die Geburt von Mila – bedingt durch meinen Herzfehler wurde ein Kaiserschnitt-Termin für den 3. Januar 2018 festgelegt und somit war uns klar, dass wir spätestens dann unser kleines Mädchen in den Arm schließen dürfen. Dies hatte natürlich Vorteile, denn man ersparte sich dieses Warten und Bangen, wann es denn nun endlich soweit sein würde und ob man es bis zum errechneten Geburtstermin schafft oder nicht. Nun, im Nachhinein kann ich diese Frage mit „nein“ beantworten, denn auch ohne den Kaiserschnitt, hätten wir es zu dem Datum nicht mehr geschafft. Bei uns war der Bauch ET übrigens der 11.01.2018. Doch wie sich herausstellte schafften wir es nicht mal zu dem Kaiserschnitt-Termin, da die Kleine es wohl etwas eiliger hatte als gedacht…

Mir ging es schon ca 2 Wochen vor der tatsächlichen Geburt nicht sehr gut. Ich hatte immer wieder mit schmerzhaften Senk- und Übungswehen zu kämpfen. Die kleine Maus war inzwischen so tief im Becken, dass schon das Laufen und sitzen weh tat und mir generell alles schwer viel. Aber wir hatten ja einen absehbaren Zeitpunkt bis zu dem das Ganze noch so gehen würde… Die Nacht vor Silvester war für mich besonders anstrengend – wieder hatte ich schmerzhafte Übungswehen, konnte keinen Schlaf finden und wirklich jede Position war für meinen Körper unangenehm. Ich sagte an dem Tag auch alle Pläne ab, und wollte mich wirklich nur erholen. Ich verbrachte also den ganzen Tag entweder im Bett oder meinem bequemen Sessel, beschäftigte mich so gut es eben ging und versuchte mich abzulenken. Schlafen konnte ich wieder sehr lange nicht. Zwar war ich erschöpft, aber das hieß ja noch nichts. Den Jahreswechsel verbrachte ich mit meiner Katze auf dem Schoß und Mila im Bauch, während ich „Gilmore Girls“ schaute. Ich glaube ich konnte tatsächlich erst gegen 4 Uhr schlafen. Und das tat ich auch bis 11:26 Uhr – warum ich diesen Zeitpunkt so genau weiß? Weil ich bis zur Geburt von Mila nicht mehr schlafen konnte.

Die Nacht vom 01.01. auf den 02.01.

Mein Freund kam am Nachmittag zu mir, brachte mir leckeres türkisches Essen von seiner Mutter mit und wir ließen den Abend ruhig ausklingen – was anderes war zu dem Zeitpunkt ja nicht mehr möglich. Ich hatte wieder Probleme mit dem liegen, also ließ ich mir von meinem Freund meinen Sessel neben das Bett stellen und saß dort einigermaßen bequem. Er schlief irgendwann ein und ich – wie immer schlaflos – blieb weiter sitzen. Inzwischen hatte ich immer öfter Krämpfe als würde ich meine Periode kriegen, habe mir dabei aber nichts weiter gedacht, da ich sie schon über den ganzen Abend verteilt hatte. Ich dachte es wären mal wieder Übungswehen. Gegen halb drei legte ich mich doch hin weil ich dachte ich muss mal versuchen zu schlafen, schließlich ist morgen (inzwischen war schon der 02.01.18) der Kaiserschnitt und ich muss mich ausruhen so gut es geht. Ich lag keine 10 Minuten, da hatte ich, nach den obligatorischen „Periodenkrämpfen“ ein extremes Stechen im unteren Rücken und das so stark, dass ich nicht liegen konnte. Also stand ich wieder auf und ging auf Toilette. Und dort entdeckte ich eine Blutung. Erst mal minimal – kann passieren… Aber dieses Stechen im Rücken wurde immer ekliger und mir blieb teilweise die Luft weg. Irgendwann viel mir auf, dass die Blutung etwas stärker wurde – immer noch nicht dramatisch oder sonst was. Ich überlegte ob ich frühs vielleicht gleich beim Frauenarzt vorbeischauen sollte. Bis dahin würde das ja noch Zeit haben… Trotzdem rief ich meine Mutter an, erzählte ihr alles (unter Schwierigkeiten, da ich immer wieder dieses Stechen hatte und mir die Luft wegblieb) und wir einigten uns darauf, dass ich mal im Kreißsaal Anrufe und dort mal nachfrage was ich am besten machen soll. Gesagt getan. Ich beschrieb die Symptome und die nette Hebamme am anderen Ende der Leitung sagte mir „sie machen jetzt folgendes: sie nehmen ihren Koffer und kommen mal bei uns vorbei“ – nicht ganz das, womit ich gerechnet hatte. Ich rief meine Mutter an, erzählte ihr das Ganze und sie sagte sie macht sich auf den Weg – meine Mutter war eine Stunde entfernt in Bayreuth und grade selbst aus dem Schlaf gerissen worden. Also würde es noch etwa eineinhalb Stunden dauern bis sie da wäre. Ich beschloss also nochmal unter die Dusche zu hüpfen. Die Schmerzen nahem inzwischen immer mehr zu, kamen sehr regelmäßig. Ich stolperte ins Schlafzimmer und wollte meinen Freund wecken, eigentlich wollte ich es sanft erledigen, doch ich hatte grade wieder eine Wehe und erwischte gleich den Lichtschalter beim Betreten des Schlafzimmers, wodurch sich alles etwas unsanft gestaltete. Ich stammelte also etwas von wegen „wir müssen ins Krankenhaus… Wehen… und Blutung“ und stolperte wieder ins Bad um das Wasser in der Dusche anzumachen. Mein Freund brauchte ein wenig um zu realisieren, was passierte. Ich selbst hatte wirklich immer weniger Abstände zwischen den Wehen. Man sagt ja immer, wenn man sich fragt ob es richtige Wehen sind oder nicht, dann sind es keine richtigen Wehen – dies kann ich nur bestätigen. Man merkt den Unterschied deutlich…

Im Kreißsaal angekommen

Als wir im Kreißsaal ankamen war es ca. 5 Uhr. Dort nahm mich die Hebamme mit der ich telefoniert hatte in Empfang und erklärte mir sehr ruhig was jetzt passieren würde – wie immer zuerst ein CTG. Sie brachte mich in ein Wehenzimmer in dem schon ein Bett für mich bereit stand, schaute kurz nach der Intensität der Blutung und schloss mich dann ans CTG an. Nachdem dies geschrieben war, wurde ich noch untersucht. Dabei stellte sie Hebamme fest, dass mein Muttermund schon bei 4cm geöffnet war – damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Es kam anschließend noch ein Arzt vorbei, erkundigte sich nochmal ob ich mit sicher bin bezüglich des Kaiserschnittes und dann ging aufeinmal alles sehr schnell. Mir wurde ein Katheter gelegt, ich erhielt ein Venenverweilkanüle, wurde an den Wehenhemmer angeschlossen und erhielt eine Antibiose. Dann kam die Anästhesistin vorbei und erklärte mir, dass ich nicht wie besprochen eine Teilnarkose kriegen werde, sondern eine Vollnarkose und verschwand dann auch fast gleich wieder. Für mich war das ein Schock und ich bekam sofort Angst. Das war nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir dachten ich kriege eine Teilnarkose, mein Freund darf mit rein in den OP und anschließend können wir gleich unser kleines Mädchen im Empfang nehmen, doch nun sollte es doch nicht so sein. Ich bat darum nochmal meine Mutter sehen zu können, doch man sagte mir, dafür sei keine Zeit, wir würden in 10 Minuten in den OP fahren – alles ging mit einem Mal Schlag auf Schlag. Mein Freund durfte mich noch bis zum Eingang des OPs begleiten, danach war ich alleine. Während ich auf den OP-Tisch kletterte, schlug mein Herz immer schneller. Alle waren nett und versuchten mich zu beruhigen, aber ich konnte mich selbst kaum darauf konzentrieren ruhig zu atmen. Im OP selber wurde mir noch eine Arterie gelegt und ich bekam mit wie mein Bauch mir der Desinfektionslösung gewaschen wurde und ich versuchte mich so sehr darauf zu besinnen ruhig zu atmen und ruhig zu bleiben. Doch mein Herz machte was es wollte. Ich hatte immer Panik, wenn es darum ging Vollnarkosen zu kriegen… wenn man schon so viele gekriegt hat wie ich, nimmt man diese nicht sie die leichte Schulter. Und dieser plötzliche Umschwung versetzte mich zusätzlich in einen Stresszustand. Man verabreichte mir biz Metoprolol i.v. da sich meine Herzfrequenz ins astronomische katapultierte und dann wurde die Narkose eingeleitet…

Ich wachte im Vorraum des OPs wieder auf und meine erste Frage war, noch ganz benommen „geht es meinem Kind gut?“. Die Pflegekraft sagte mir, dass es dem Baby gut gehe aber mehr Infos erhielt ich auch nicht. Ich hab tatsächlich ein wenig geweint, während ich zur Wachstation gebracht wurde. Dort wurde ich in einen separaten Raum gelegt und schlief erst mal wieder ein. Gegen 12 Uhr kam eine Hebamme und in ihrer Begleitung war mein Freund und erhielt dieses kleine Bündel im Arm – dieses kleine Wunder. Wenn ich daran denke, steigen mir heute noch die Tränen in die Augen. Ca 3 1/2 Stunden nachdem sie das Licht der Welt erblickt hatte, konnte ich zum ersten Mal unsere Tochter sehen – unsere kleine Milana, die uns am 02. Januar 2018 um 7:22 Uhr zu den glücklichsten Menschen der Welt machte.

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