Mamafreuden?

Ich habe ehrlich gesagt nie darüber nachgedacht, was eine Mutter alles leistet, bevor ich selbst Mutter wurde. Ja ich habe an meiner Mutter gesehen, wie sie arbeitet und sich um uns kümmert und den Haushalt schmeißt, und das auch noch ohne Unterstützung von einem Partner, aber es sah immer so leicht aus. Ich habe nicht gesehen, wie sie sich beklagt, weil sie das alles machen muss und dachte daher, dass es gar nicht so schwer ist. Meine Mutter musste sich dazu noch um ein dauerhaft krankes Kind kümmern (mich)…

Jetzt, nachdem ich selbst seit einem Monat und 2 Tagen Mutter bin, muss ich gestehen, dass alles härter ist als ich gedacht habe. Ich arbeite normalerweise als Krankenschwester, wenn ich nicht grade in Elternzeit bin und ich hatte Dienste, die wünscht man niemandem. Mein Beruf ist sowohl körperlich als auch psychisch anstrengend und mit sehr viel Verantwortung verbunden. Und doch habe ich mich nach keinem Dienst so ausgelaugt, so kaputt, so müde und so wenig wie ich selbst gefühlt wie ich es jetzt tue. Aber trotz allem auch nie so glücklich.

Und doch ist die Rolle einer Mutter etwas, was von vielen am Anfang unterschätzt wird und manchmal wird auch diese enorme Aufgabe nicht geschätzt oder heruntergespielt. Ich selbst habe auch gedacht es wird einfacher. Doch eine Mutter, muss im Gegensatz zum Vater schon in der Schwangerschaft mit ihrer Veränderung beginnen. Von Anfang an übernimmt sie eine Verantwortung und wird mit Ängsten konfrontiert die man sich vorher nicht ausgemalt hat. Man verzichtet als Mutter von Anfang an auf manche Sachen die man vorher mochte oder gemacht hat und stellt sich schon lange um, bevor das Baby auf der Welt ist. Für Väter ist dies meist noch nicht greifbar und sie haben nicht immer so einen Bezug dazu. Und dann kommt dieses kleine Wesen auf die Welt und man ist erschöpft und voller Glück und gleichzeitig voller Angst und will alles richtig machen. Und ab dem Zeitpunkt bist du nicht mehr alleine. Dein Tag gehört komplett diesem kleinen Menschen der auf dich angewiesen ist. Du schläfst nach seinem Rhythmus, du isst und trinkst nach seinem Rhythmus, du erledigst alles dann, wenn es dir die Zeit erlaubt. Gewohnheiten die du früher hattest, kannst du erst mal ablegen. Hobbys genauso. Spontanität? Was ist das? Es ist eine anstrengende Zeit und ich habe grade mal einen Monat hinter mir. Alleine wenn du spazieren gehst mit dem Kind muss so viel geplant werden und an so viel gedacht werden und selbst wenn du was geplant hast, heißt es nicht das der Plan genauso umgesetzt werden kann. Denn Kinder sind nun mal keine Puppen, sie sind eigenständige Menschen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und sie sind einfach auf dich und deine Liebe und deine Fürsorge angewiesen.

Um euch das mal zu verdeutlichen (wobei ich mir sehr sicher bin, dass es jeder Mama genauso ging und geht), ist hier mal ein Tagesablauf, von Mila und mir, an dem ich nichts außergewöhnliches geplant habe. Nur ein total normaler Tag den ich zum Großteil mit ihr alleine verbringe.

Zwischen 7:00 – 8:00 Uhr: Mila wird wach, hat Hunger, kriegt etwas zu essen, ihre Windel wird gewechselt, ein wenig Körperpflege betrieben und sie wird umgezogen

Zwischen 8:00 – 9:00 Uhr: Mila sitzt im Tragetuch, während ich schnell eine Ladung Wäsche anschalte (denn seitdem sie auf der Welt ist, läuft die Waschmaschine eigentlich so gut wie täglich), säubere und vaporisiere ihre Flaschen, mache mir schnell einen Kaffee, putze Zähne und Kämme mir die Haare, nur um sie dann meistens im praktischen Mama-Dutt zu verstauen und füttere die Katze

Zwischen 9:00 – 10:30 Uhr: Mila kriegt wieder Hunger, wird gefüttert, die Windel wird wieder gewechselt, ich erzähle ihr ein paar Dinge, lese ihr vor oder spiele mit ihr, bis sie müde wird. Wenn sie müde wird, fängt sie an zu quengeln, dann singe ich ihr was vor und versuche sie zum schlafen zu bringen. Hinlegen ist dabei nicht, denn Mila ist momentan noch sehr bedürftig was Körpernähe angeht.

Zwischen 10:30 – 11:50 Uhr: schnell den inzwischen kalten Kaffee austrinken, und dann doch mal einen Toast essen, wenn ich dazu komme. Spülmaschine ausräumen und wieder beladen, Wäsche aufhängen, Katzenklo sauber machen und schon mal die nächste Flasche vorbereiten

Zwischen 12:00 – 14:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, Wickeltasche packen, mich selbst anziehen, Mila anziehen

Zwischen 14:00 – 17:00 Uhr: Einkäufe erledigen, Erledigungen machen und mit Mila spazieren gehen

Zwischen 17:00 – 18:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, wenn sie müde ist, sie zum schlafen bringen, ansonsten sitzt sie in der Trage und wir laufen rum oder ich spiele mit ihr

Zwischen 18:00 – 19:00 Uhr: wenn sie schläft schnell selbst unter die Dusche hüpfen, wenn mein Freund in der Zeit da ist, auch mal etwas länger, noch anfallende Aufgaben im Haushalt erledigen

Zwischen 19:00 – 21:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, Schlafanzug anziehen, ins Tragetuch setzen (sie schläft dann meistens angekuschelt aber hinlegen geht wie gesagt meist nicht), endlich mal was zum Essen machen und essen, Flaschen sauber machen, vaporisieren und Wasser für die Nacht aufkochen (Thermoskanne 😉), restliche Arbeiten für den Tag erledigen

Zwischen 21:00 – 23:00 Uhr: Mila schläft, ich kann mal etwas machen was ich möchte

Zwischen 23:00 – 24:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, wieder zum schlafen bringen

Zwischen 24:00 – 2:00 Uhr: schlafen

Zwischen 2:00 – 2:30 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, zum schlafen bringen

Zwischen 2:30 – 4:30 Uhr: schlafen

Zwischen 4:30 – 5:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, und meist ist für mich ist die Nacht dann schon beendet – ich muss wieder die Flaschen reinigen, Mila ist zu dieser Zeit meistens unruhig und will wieder nur auf dem Arm liegen. Manchmal schaffen wir es aber auch mit ganz viel Glück nochmal 2 Stunden Schlaf zu schnappen (also ich… sie schläft meistens)

Das ist natürlich kein sturer Plan, denn kein Tag ist wie der andere. Und es ist auch ein Tag an dem kein Termin ansteht oder man nichts geplant hat, wie Besuche oder sowas. Aktuell hat Mila oft Bauchschmerzen und benötigt deshalb sehr viel Geborgenheit und Liebe. Meistens ist es grade um die Abendstunden sehr turbulent und sie weint viel, bedingt durch das Zwicken im Bauch – in dieser Zeit vergesse ich natürlich oft zu essen oder zu trinken oder sonst was. Ich bin zum Glück nicht so schnell gestresst und bin im Umgang mit ihr weiterhin relativ gelassen. Meine Mitmenschen sind leider diejenigen die es eher abkriegen wenn ich total übermüdet und gereizt bin. Irgendwie fühlt man sich ein klein wenig wie ein Zombie. Ich bin froh, wenn mein Freund mal ein wenig übernehmen kann, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Nachts ist aber trotzdem mein Part, ich hab eh einen leichteren Schlaf und bin schnell wach, wenn sie quengelt. Ich würde lügen, wenn ich sage ich gewöhne mich an den wenigen Schlaf. Man gewöhnt sich an die Verantwortung und man setzt den kleinen Menschen an erster Stelle. Aber man vergisst sich ein wenig dabei, zumindest geht es mir so. Deshalb bewundere ich alle Mütter, die das so wunderbar machen und sich nie beklagen, nebenbei arbeiten gehen und oftmals mehr als ein Kind mit dem Haushalt unter einen Hut bringen. Und dann will man ja auch noch Frau und Partnerin sein und muss dafür auch noch Zeit finden. Das ist alles wirklich nicht einfach. Es ist wichtig das man Menschen hat, die einen unterstützen, sei es die Familie oder der Partner oder gute Freunde. Und es ist wichtig an eure eigenen Mütter zu denken, die das alles gemacht haben und dabei großartiges geleistet haben und oftmals in schwierigeren Umständen. Ich selbst habe das alles unterschätzt, aber man wächst da rein und es ist der schönste Beruf der Welt – wenn man dieses kleine Wesen sieht und erlebt wie es täglich etwas Neues lernt platzt man vor Stolz.

Mamis sind super!!!

Advertisements

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

Nach oben ↑