Mamafreuden?

Ich habe ehrlich gesagt nie darüber nachgedacht, was eine Mutter alles leistet, bevor ich selbst Mutter wurde. Ja ich habe an meiner Mutter gesehen, wie sie arbeitet und sich um uns kümmert und den Haushalt schmeißt, und das auch noch ohne Unterstützung von einem Partner, aber es sah immer so leicht aus. Ich habe nicht gesehen, wie sie sich beklagt, weil sie das alles machen muss und dachte daher, dass es gar nicht so schwer ist. Meine Mutter musste sich dazu noch um ein dauerhaft krankes Kind kümmern (mich)…

Jetzt, nachdem ich selbst seit einem Monat und 2 Tagen Mutter bin, muss ich gestehen, dass alles härter ist als ich gedacht habe. Ich arbeite normalerweise als Krankenschwester, wenn ich nicht grade in Elternzeit bin und ich hatte Dienste, die wünscht man niemandem. Mein Beruf ist sowohl körperlich als auch psychisch anstrengend und mit sehr viel Verantwortung verbunden. Und doch habe ich mich nach keinem Dienst so ausgelaugt, so kaputt, so müde und so wenig wie ich selbst gefühlt wie ich es jetzt tue. Aber trotz allem auch nie so glücklich.

Und doch ist die Rolle einer Mutter etwas, was von vielen am Anfang unterschätzt wird und manchmal wird auch diese enorme Aufgabe nicht geschätzt oder heruntergespielt. Ich selbst habe auch gedacht es wird einfacher. Doch eine Mutter, muss im Gegensatz zum Vater schon in der Schwangerschaft mit ihrer Veränderung beginnen. Von Anfang an übernimmt sie eine Verantwortung und wird mit Ängsten konfrontiert die man sich vorher nicht ausgemalt hat. Man verzichtet als Mutter von Anfang an auf manche Sachen die man vorher mochte oder gemacht hat und stellt sich schon lange um, bevor das Baby auf der Welt ist. Für Väter ist dies meist noch nicht greifbar und sie haben nicht immer so einen Bezug dazu. Und dann kommt dieses kleine Wesen auf die Welt und man ist erschöpft und voller Glück und gleichzeitig voller Angst und will alles richtig machen. Und ab dem Zeitpunkt bist du nicht mehr alleine. Dein Tag gehört komplett diesem kleinen Menschen der auf dich angewiesen ist. Du schläfst nach seinem Rhythmus, du isst und trinkst nach seinem Rhythmus, du erledigst alles dann, wenn es dir die Zeit erlaubt. Gewohnheiten die du früher hattest, kannst du erst mal ablegen. Hobbys genauso. Spontanität? Was ist das? Es ist eine anstrengende Zeit und ich habe grade mal einen Monat hinter mir. Alleine wenn du spazieren gehst mit dem Kind muss so viel geplant werden und an so viel gedacht werden und selbst wenn du was geplant hast, heißt es nicht das der Plan genauso umgesetzt werden kann. Denn Kinder sind nun mal keine Puppen, sie sind eigenständige Menschen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und sie sind einfach auf dich und deine Liebe und deine Fürsorge angewiesen.

Um euch das mal zu verdeutlichen (wobei ich mir sehr sicher bin, dass es jeder Mama genauso ging und geht), ist hier mal ein Tagesablauf, von Mila und mir, an dem ich nichts außergewöhnliches geplant habe. Nur ein total normaler Tag den ich zum Großteil mit ihr alleine verbringe.

Zwischen 7:00 – 8:00 Uhr: Mila wird wach, hat Hunger, kriegt etwas zu essen, ihre Windel wird gewechselt, ein wenig Körperpflege betrieben und sie wird umgezogen

Zwischen 8:00 – 9:00 Uhr: Mila sitzt im Tragetuch, während ich schnell eine Ladung Wäsche anschalte (denn seitdem sie auf der Welt ist, läuft die Waschmaschine eigentlich so gut wie täglich), säubere und vaporisiere ihre Flaschen, mache mir schnell einen Kaffee, putze Zähne und Kämme mir die Haare, nur um sie dann meistens im praktischen Mama-Dutt zu verstauen und füttere die Katze

Zwischen 9:00 – 10:30 Uhr: Mila kriegt wieder Hunger, wird gefüttert, die Windel wird wieder gewechselt, ich erzähle ihr ein paar Dinge, lese ihr vor oder spiele mit ihr, bis sie müde wird. Wenn sie müde wird, fängt sie an zu quengeln, dann singe ich ihr was vor und versuche sie zum schlafen zu bringen. Hinlegen ist dabei nicht, denn Mila ist momentan noch sehr bedürftig was Körpernähe angeht.

Zwischen 10:30 – 11:50 Uhr: schnell den inzwischen kalten Kaffee austrinken, und dann doch mal einen Toast essen, wenn ich dazu komme. Spülmaschine ausräumen und wieder beladen, Wäsche aufhängen, Katzenklo sauber machen und schon mal die nächste Flasche vorbereiten

Zwischen 12:00 – 14:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, Wickeltasche packen, mich selbst anziehen, Mila anziehen

Zwischen 14:00 – 17:00 Uhr: Einkäufe erledigen, Erledigungen machen und mit Mila spazieren gehen

Zwischen 17:00 – 18:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, wenn sie müde ist, sie zum schlafen bringen, ansonsten sitzt sie in der Trage und wir laufen rum oder ich spiele mit ihr

Zwischen 18:00 – 19:00 Uhr: wenn sie schläft schnell selbst unter die Dusche hüpfen, wenn mein Freund in der Zeit da ist, auch mal etwas länger, noch anfallende Aufgaben im Haushalt erledigen

Zwischen 19:00 – 21:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, Schlafanzug anziehen, ins Tragetuch setzen (sie schläft dann meistens angekuschelt aber hinlegen geht wie gesagt meist nicht), endlich mal was zum Essen machen und essen, Flaschen sauber machen, vaporisieren und Wasser für die Nacht aufkochen (Thermoskanne 😉), restliche Arbeiten für den Tag erledigen

Zwischen 21:00 – 23:00 Uhr: Mila schläft, ich kann mal etwas machen was ich möchte

Zwischen 23:00 – 24:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, wieder zum schlafen bringen

Zwischen 24:00 – 2:00 Uhr: schlafen

Zwischen 2:00 – 2:30 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, zum schlafen bringen

Zwischen 2:30 – 4:30 Uhr: schlafen

Zwischen 4:30 – 5:00 Uhr: Mila füttern, Windeln wechseln, und meist ist für mich ist die Nacht dann schon beendet – ich muss wieder die Flaschen reinigen, Mila ist zu dieser Zeit meistens unruhig und will wieder nur auf dem Arm liegen. Manchmal schaffen wir es aber auch mit ganz viel Glück nochmal 2 Stunden Schlaf zu schnappen (also ich… sie schläft meistens)

Das ist natürlich kein sturer Plan, denn kein Tag ist wie der andere. Und es ist auch ein Tag an dem kein Termin ansteht oder man nichts geplant hat, wie Besuche oder sowas. Aktuell hat Mila oft Bauchschmerzen und benötigt deshalb sehr viel Geborgenheit und Liebe. Meistens ist es grade um die Abendstunden sehr turbulent und sie weint viel, bedingt durch das Zwicken im Bauch – in dieser Zeit vergesse ich natürlich oft zu essen oder zu trinken oder sonst was. Ich bin zum Glück nicht so schnell gestresst und bin im Umgang mit ihr weiterhin relativ gelassen. Meine Mitmenschen sind leider diejenigen die es eher abkriegen wenn ich total übermüdet und gereizt bin. Irgendwie fühlt man sich ein klein wenig wie ein Zombie. Ich bin froh, wenn mein Freund mal ein wenig übernehmen kann, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Nachts ist aber trotzdem mein Part, ich hab eh einen leichteren Schlaf und bin schnell wach, wenn sie quengelt. Ich würde lügen, wenn ich sage ich gewöhne mich an den wenigen Schlaf. Man gewöhnt sich an die Verantwortung und man setzt den kleinen Menschen an erster Stelle. Aber man vergisst sich ein wenig dabei, zumindest geht es mir so. Deshalb bewundere ich alle Mütter, die das so wunderbar machen und sich nie beklagen, nebenbei arbeiten gehen und oftmals mehr als ein Kind mit dem Haushalt unter einen Hut bringen. Und dann will man ja auch noch Frau und Partnerin sein und muss dafür auch noch Zeit finden. Das ist alles wirklich nicht einfach. Es ist wichtig das man Menschen hat, die einen unterstützen, sei es die Familie oder der Partner oder gute Freunde. Und es ist wichtig an eure eigenen Mütter zu denken, die das alles gemacht haben und dabei großartiges geleistet haben und oftmals in schwierigeren Umständen. Ich selbst habe das alles unterschätzt, aber man wächst da rein und es ist der schönste Beruf der Welt – wenn man dieses kleine Wesen sieht und erlebt wie es täglich etwas Neues lernt platzt man vor Stolz.

Mamis sind super!!!

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Und dann kam Mila…

Wie die meisten von euch wissen, hatten wir einen festgesetzten Zeitpunkt für die Geburt von Mila – bedingt durch meinen Herzfehler wurde ein Kaiserschnitt-Termin für den 3. Januar 2018 festgelegt und somit war uns klar, dass wir spätestens dann unser kleines Mädchen in den Arm schließen dürfen. Dies hatte natürlich Vorteile, denn man ersparte sich dieses Warten und Bangen, wann es denn nun endlich soweit sein würde und ob man es bis zum errechneten Geburtstermin schafft oder nicht. Nun, im Nachhinein kann ich diese Frage mit „nein“ beantworten, denn auch ohne den Kaiserschnitt, hätten wir es zu dem Datum nicht mehr geschafft. Bei uns war der Bauch ET übrigens der 11.01.2018. Doch wie sich herausstellte schafften wir es nicht mal zu dem Kaiserschnitt-Termin, da die Kleine es wohl etwas eiliger hatte als gedacht…

Mir ging es schon ca 2 Wochen vor der tatsächlichen Geburt nicht sehr gut. Ich hatte immer wieder mit schmerzhaften Senk- und Übungswehen zu kämpfen. Die kleine Maus war inzwischen so tief im Becken, dass schon das Laufen und sitzen weh tat und mir generell alles schwer viel. Aber wir hatten ja einen absehbaren Zeitpunkt bis zu dem das Ganze noch so gehen würde… Die Nacht vor Silvester war für mich besonders anstrengend – wieder hatte ich schmerzhafte Übungswehen, konnte keinen Schlaf finden und wirklich jede Position war für meinen Körper unangenehm. Ich sagte an dem Tag auch alle Pläne ab, und wollte mich wirklich nur erholen. Ich verbrachte also den ganzen Tag entweder im Bett oder meinem bequemen Sessel, beschäftigte mich so gut es eben ging und versuchte mich abzulenken. Schlafen konnte ich wieder sehr lange nicht. Zwar war ich erschöpft, aber das hieß ja noch nichts. Den Jahreswechsel verbrachte ich mit meiner Katze auf dem Schoß und Mila im Bauch, während ich „Gilmore Girls“ schaute. Ich glaube ich konnte tatsächlich erst gegen 4 Uhr schlafen. Und das tat ich auch bis 11:26 Uhr – warum ich diesen Zeitpunkt so genau weiß? Weil ich bis zur Geburt von Mila nicht mehr schlafen konnte.

Die Nacht vom 01.01. auf den 02.01.

Mein Freund kam am Nachmittag zu mir, brachte mir leckeres türkisches Essen von seiner Mutter mit und wir ließen den Abend ruhig ausklingen – was anderes war zu dem Zeitpunkt ja nicht mehr möglich. Ich hatte wieder Probleme mit dem liegen, also ließ ich mir von meinem Freund meinen Sessel neben das Bett stellen und saß dort einigermaßen bequem. Er schlief irgendwann ein und ich – wie immer schlaflos – blieb weiter sitzen. Inzwischen hatte ich immer öfter Krämpfe als würde ich meine Periode kriegen, habe mir dabei aber nichts weiter gedacht, da ich sie schon über den ganzen Abend verteilt hatte. Ich dachte es wären mal wieder Übungswehen. Gegen halb drei legte ich mich doch hin weil ich dachte ich muss mal versuchen zu schlafen, schließlich ist morgen (inzwischen war schon der 02.01.18) der Kaiserschnitt und ich muss mich ausruhen so gut es geht. Ich lag keine 10 Minuten, da hatte ich, nach den obligatorischen „Periodenkrämpfen“ ein extremes Stechen im unteren Rücken und das so stark, dass ich nicht liegen konnte. Also stand ich wieder auf und ging auf Toilette. Und dort entdeckte ich eine Blutung. Erst mal minimal – kann passieren… Aber dieses Stechen im Rücken wurde immer ekliger und mir blieb teilweise die Luft weg. Irgendwann viel mir auf, dass die Blutung etwas stärker wurde – immer noch nicht dramatisch oder sonst was. Ich überlegte ob ich frühs vielleicht gleich beim Frauenarzt vorbeischauen sollte. Bis dahin würde das ja noch Zeit haben… Trotzdem rief ich meine Mutter an, erzählte ihr alles (unter Schwierigkeiten, da ich immer wieder dieses Stechen hatte und mir die Luft wegblieb) und wir einigten uns darauf, dass ich mal im Kreißsaal Anrufe und dort mal nachfrage was ich am besten machen soll. Gesagt getan. Ich beschrieb die Symptome und die nette Hebamme am anderen Ende der Leitung sagte mir „sie machen jetzt folgendes: sie nehmen ihren Koffer und kommen mal bei uns vorbei“ – nicht ganz das, womit ich gerechnet hatte. Ich rief meine Mutter an, erzählte ihr das Ganze und sie sagte sie macht sich auf den Weg – meine Mutter war eine Stunde entfernt in Bayreuth und grade selbst aus dem Schlaf gerissen worden. Also würde es noch etwa eineinhalb Stunden dauern bis sie da wäre. Ich beschloss also nochmal unter die Dusche zu hüpfen. Die Schmerzen nahem inzwischen immer mehr zu, kamen sehr regelmäßig. Ich stolperte ins Schlafzimmer und wollte meinen Freund wecken, eigentlich wollte ich es sanft erledigen, doch ich hatte grade wieder eine Wehe und erwischte gleich den Lichtschalter beim Betreten des Schlafzimmers, wodurch sich alles etwas unsanft gestaltete. Ich stammelte also etwas von wegen „wir müssen ins Krankenhaus… Wehen… und Blutung“ und stolperte wieder ins Bad um das Wasser in der Dusche anzumachen. Mein Freund brauchte ein wenig um zu realisieren, was passierte. Ich selbst hatte wirklich immer weniger Abstände zwischen den Wehen. Man sagt ja immer, wenn man sich fragt ob es richtige Wehen sind oder nicht, dann sind es keine richtigen Wehen – dies kann ich nur bestätigen. Man merkt den Unterschied deutlich…

Im Kreißsaal angekommen

Als wir im Kreißsaal ankamen war es ca. 5 Uhr. Dort nahm mich die Hebamme mit der ich telefoniert hatte in Empfang und erklärte mir sehr ruhig was jetzt passieren würde – wie immer zuerst ein CTG. Sie brachte mich in ein Wehenzimmer in dem schon ein Bett für mich bereit stand, schaute kurz nach der Intensität der Blutung und schloss mich dann ans CTG an. Nachdem dies geschrieben war, wurde ich noch untersucht. Dabei stellte sie Hebamme fest, dass mein Muttermund schon bei 4cm geöffnet war – damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Es kam anschließend noch ein Arzt vorbei, erkundigte sich nochmal ob ich mit sicher bin bezüglich des Kaiserschnittes und dann ging aufeinmal alles sehr schnell. Mir wurde ein Katheter gelegt, ich erhielt ein Venenverweilkanüle, wurde an den Wehenhemmer angeschlossen und erhielt eine Antibiose. Dann kam die Anästhesistin vorbei und erklärte mir, dass ich nicht wie besprochen eine Teilnarkose kriegen werde, sondern eine Vollnarkose und verschwand dann auch fast gleich wieder. Für mich war das ein Schock und ich bekam sofort Angst. Das war nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir dachten ich kriege eine Teilnarkose, mein Freund darf mit rein in den OP und anschließend können wir gleich unser kleines Mädchen im Empfang nehmen, doch nun sollte es doch nicht so sein. Ich bat darum nochmal meine Mutter sehen zu können, doch man sagte mir, dafür sei keine Zeit, wir würden in 10 Minuten in den OP fahren – alles ging mit einem Mal Schlag auf Schlag. Mein Freund durfte mich noch bis zum Eingang des OPs begleiten, danach war ich alleine. Während ich auf den OP-Tisch kletterte, schlug mein Herz immer schneller. Alle waren nett und versuchten mich zu beruhigen, aber ich konnte mich selbst kaum darauf konzentrieren ruhig zu atmen. Im OP selber wurde mir noch eine Arterie gelegt und ich bekam mit wie mein Bauch mir der Desinfektionslösung gewaschen wurde und ich versuchte mich so sehr darauf zu besinnen ruhig zu atmen und ruhig zu bleiben. Doch mein Herz machte was es wollte. Ich hatte immer Panik, wenn es darum ging Vollnarkosen zu kriegen… wenn man schon so viele gekriegt hat wie ich, nimmt man diese nicht sie die leichte Schulter. Und dieser plötzliche Umschwung versetzte mich zusätzlich in einen Stresszustand. Man verabreichte mir biz Metoprolol i.v. da sich meine Herzfrequenz ins astronomische katapultierte und dann wurde die Narkose eingeleitet…

Ich wachte im Vorraum des OPs wieder auf und meine erste Frage war, noch ganz benommen „geht es meinem Kind gut?“. Die Pflegekraft sagte mir, dass es dem Baby gut gehe aber mehr Infos erhielt ich auch nicht. Ich hab tatsächlich ein wenig geweint, während ich zur Wachstation gebracht wurde. Dort wurde ich in einen separaten Raum gelegt und schlief erst mal wieder ein. Gegen 12 Uhr kam eine Hebamme und in ihrer Begleitung war mein Freund und erhielt dieses kleine Bündel im Arm – dieses kleine Wunder. Wenn ich daran denke, steigen mir heute noch die Tränen in die Augen. Ca 3 1/2 Stunden nachdem sie das Licht der Welt erblickt hatte, konnte ich zum ersten Mal unsere Tochter sehen – unsere kleine Milana, die uns am 02. Januar 2018 um 7:22 Uhr zu den glücklichsten Menschen der Welt machte.

Was mir 14 Tage vor der Geburt durch den Kopf schießt…

Jetzt sind es bis zum Kaiserschnitt–Termin noch 14 Tage und man könnte meinen alles ist geregelt und man sitzt entspannt da und genießt die letzten Tage… hach ja… äh nein! Ich habe euch mal zusammengeschrieben, was mir in diesen letzten Tagen so durch den Kopf geht – viel Spaß dabei 😉

  • Wie groß kann dieser Bauch noch werden? Das frage ich mich fast täglich. Denn auch wenn ich mich jetzt schon wie ein kleiner Wal fühle und mich frage, wie meine Haut es schafft sich so extrem zu dehnen, scheint mein Körper noch nicht genug zu haben. Es ist wie ein Ballon, der zwar schon aufgeblasen ist, aber man versucht trotzdem noch mehr Luft reinzukriegen – bis er platzt! Und genau so fühlt sich der Bauch auch an 🎈📌
  • Lohnt es sich, das aufzuheben? Ich bin ein Tollpatsch und mir fällt leider sehr oft was runter – in diesem Stadium leider keine gute Eigenschaft… wenn mir also etwas auf den Boden fällt, und keiner in der Nähe ist um mir zu helfen, überlege ich wirklich 3 Mal ob ich mich dafür bücken soll. Wobei Bücken das falsche Wort ist, denn eigentlich ist das Bücken nicht mehr möglich – vielmehr muss ich in die Knie gehen und mich dann langsam wieder hoch hangeln… und ja, eigentlich ist das eh die Rückenschonendere Variante, ich weiß 😉 Aber so passiert es schon mal, dass mein Handy eben nicht geladen wird, weil mir das Ladekabel runterfällt und ich es nicht für wichtig genug erachte diese hochakrobatischen Leistungen zu vollbringen – voll geladene Handys werden überbewertet…
  • Gehe ich wirklich ans Telefon? Mein Handy habe ich aktuell immer bei mir, weil man ja nie weiß ob es nicht trotzdem schon vorher losgeht. Außerdem muss ich eh immer eine Möglichkeit haben jemanden zu erreichen, wenn es mir aufgrund des Herzens oder so plötzlich schlecht geht. Aber wenn das Festnetz–Telefon klingelt und ich grade irgendwo sitze, überlege ich wirklich ob ich aufstehen will und zum Telefon gehen will, denn sind wir mal ehrlich in 87% der Fälle bin ich zu langsam und der Anrufer kann gleich mit meinem Anrufbeantworter reden. Also bemühe ich mich ehrlich gesagt in den meisten Fällen nicht mal mich zu erheben 🙈
  • Was genau macht mein Körper da? Es zieht hier, es sticht dort, es zwackt überall… Und manchmal zur selben Zeit. Dann wird der Bauch wieder hart. Die Beine Schwellen an, ich kriege Wadenkrämpfe mitten in der Nacht. Inzwischen kann man die Senkwehen ziemlich gut ertragen und weiß wie sie sich anfühlen, doch wenn zu den bekannten Dingen etwas Neues dazu kommt fragt man sich plötzlich: geht es jetzt los? Und es geht dann natürlich noch nicht los, aber als Erstgebärende sind diese Fragen trotzdem da.
  • Habe ich alles in die Kliniktasche gepackt? Meine Kliniktasche (okay, es ist ein kleiner Koffer), habe ich seit etwa 2 Wochen vollständig gepackt. Und vorher habe ich mindestens vier Wochen damit verbracht darüber nachzugrübeln, was ich alles einpacken werde. Und kaum war der Koffer mühsam verschlossen habe ich mir Gedanken gemacht, ob ich nicht doch was vergessen habe. Und dann sind da noch die Dinge die ich sonst noch mitnehmen muss – Dokumente, die Dinge die in die Handtasche gehen usw…. Ich könnte tatsächlich jeden Tag umpacken. Und grade fällt mir ein, dass mir jemand geraten hat, etwas zum knabbern mitzunehmen… das habe ich nich nicht eingepackt 😃
  • Schaffen wir es überhaupt zum festgelegten Kaiserschnitt–Termin oder will sie früher kommen? Ich denke darüber macht sich jede werdende Mutter Gedanken, unabhängig davon, welche Art der Entbindung sie gewählt hat. Nur ganz wenige Kinder kommen zum errechneten Termin, deshalb sind die letzten Wochen sehr spannend. Und es gibt sehr viele Meinungen darüber, wann das Baby nun kommt. Glaubt mir, ich habe schon sehr viele mögliche Geburtstermine gesagt gekriegt, aufgrund der Größe des Bauches oder der Art und Weise wie er aussieht usw. Und man fragt sich: wer wird Recht haben? Mich persönlich stören die vielen Meinungen nicht. Ich finde es echt interessant. Und auch wenn ich weiß, dass es gut für die Kleine ist, solange in meinem Bauch zu bleiben wie es geht, muss ich leider ehrlich gestehen: Ich wünsche mir manchmal, dass sie früher kommt. Es ist einfach ermüdend und anstrengend und die letzten Tage können nicht schnell genug rum gehen. Aber bitte verteufelt mich jetzt nicht, dass sind die Hormone 🙈
  • Wie soll ich noch eine bequeme Position finden? Wirklich, nichts ist mehr angenehm. Nicht liegen, nicht stehen, nicht sitzen. Egal wie, es ist alles grausam und unbequem. Ich lagere mich selbst im Bett schon mit mehreren Kissen, muss was unter den Bauch legen, unter den Rücken. Dann beginnt das große Umbauen, wenn man sich mal drehen muss. Wenn man sich hinsetzt muss man sich auch auf eine bestimmte Art und Weise hinsetzen, um sicher zu gehen, dass man ein wenig so sitzen bleiben kann. Bitte wenn jemand Tipps hat, immer her damit! Alles was hilfreich ist, wird gerne gesehen.
  • Schmerzmittel nach dem Kaiserschnitt? Ich frage mich oft, wie stark wohl die Schmerzen nach dem Kaiserschnitt sein werden und in wie weit mich diese beeinträchtigen werden. Ich hatte fünf Operationen am offenen Herzen, in verschiedenen Stadien meines Lebens. Ich weiß was Schmerzen sind und wie man damit umgehen kann. Doch der Unterschied ist natürlich, dass ich mich nach den OPs nicht um jemand anderen kümmern musste. Hier werde ich nach dieser OP verantwortlich sein, für ein kleines Menschlein. Und auch wenn ich meinen Freund habe der mich unterstützt und es im Krankenhaus auch jemanden gibt der da sein kann, will ich natürlich so schnell wie möglich alles selbst machen können. Auch frage ich mich dann natürlich, ob ich dann Schmerzmittel nehmen soll, wenn ich die Schmerzen nicht aushalte oder ob sie durchs Stillen ans Baby übertragen werden und was diese dann ausmachen. Klar liest man alles nach, klar habe ich auch durch meinen Job ein wenig Einblick darin. Trotzdem fragt man sich sowas und überlegt hin und her.
  • Werden wir es hinkriegen, als Eltern? Auch das dürften sich viele fragen. Sowas ist neu, sowas verändert eine Partnerschaft. Das Baby wird so viel anders machen und vieles aber auch so viel schöner. Trotzdem muss man sich erst mal auf die Situation einstellen können und das benötigt Geduld und Zeit und Verständnis füreinander. Ich frage mich manchmal ob das so einfach ist wie es bei manchen aussieht.

Ich verabschiede mich an dieser Stelle erst mal.

17 Dinge die ich während meiner Schwangerschaft gelernt habe

Ich hab euch mal eine kleine Liste geschrieben über Dinge, die ich bis jetzt während meiner Schwangerschaft gelernt habe. Alles was dort steht ist meine persönliche Erfahrung und es gibt bestimmt Leute die unterschiedliche Ansichten haben und denen manche Dinge auf der Liste nicht bekannt vorkommen, weil sie diese einfach nicht erlebt haben. Aber das ist dann auch vollkommen okay, deshalb sind wir ja verschieden 😃 
PS: nicht alles ist zu 100% ernst zu nehmen und ist manchmal überspitzt dargestellt und nur weil es da steht, nervt es mich nicht unbedingt 😃

  1. Morgenübelkeit heißt nur so – dir wird unabhängig von der Tageszeit schlecht und du bist leider weder nachts, noch abends davon verschont! Aber Übelkeit bedeutet nicht, dass man sich übergeben muss – dir kann permanent schlecht sein ohne das du dich übergeben musst 
  2. Man hat öfter Hunger, aber an Fressanfälle ist nicht zu denken, weil einem davon nur schlecht wird. Deshalb muss man mehrmals am Tag essen 
  3. Du bist ständig müde, kannst aber oftmals gar nicht schlafen! Ich habe so oft das Gefühl, dass mir die Augen zuklappen, aber ich kann egal um welchen Preis nicht schlafen – entweder muss ich ständig pinkeln oder die Position ist nicht bequem oder der Mann atmet zu laut – irgendwas stört immer 😃
  4. Schwangerschaftsoberteile sind nicht umsonst länger! Du kannst am Anfang natürlich deine normalen Shirts anziehen, aber irgendwann heißt es (zumindest bei normal langen Oberteilen) „Hallo Bauchfrei!“
  5. Schwangerschaftshosen sind super bequem aber rutschen ständig! Selbst wenn der Bauch groß ist, sie rutschen einfach und du kannst ja keinen Gürtel tragen, also musst du ständig an den Hosen rumfummeln 🙄
  6. BH‘s mit Bügeln nerven tierisch! Ich muss sagen BH‘s nerven mich generell, auch wenn ich nicht schwanger bin und ich bin froh, wenn ich die Dinger ausziehen kann, aber inzwischen sind sie so lästig geworden… 
  7. Der wachsende Bauch ist schön – aber man fühlt sich zunehmend unförmig und unbeweglich. Wie so ein Käfer der auf den Rücken gefallen ist
  8. Die Leute starren auf deinen Bauch!  Ständig! Bei jeder Gelegenheit, egal wo und egal wann. Der Blick wandert immer auf den Bauch.
  9. Antatschen des Bauchs wird total normal! Wenn es früher keiner gewagt hätte dir einfach so über den Bauch zu streicheln, ist es jetzt einfach total normal geworden und jeder sieht den wachsenden Bauch als Einladung dir darüber zu streicheln. (Damit es klar ist, ich rede nur vom Personen die einen in irgendeiner Weise persönlich kennen)
  10. Pinkelpausen… im Grunde kannst du auf der Toilette wohnen ab einer gewissen Zeit… du hast ständig Durst und trinkst deshalb mehr, was aber zur Folge hat, dass du eigentlich pinkeln gehst und dann sofort danach wieder gehen könntest
  11. Dein Einkaufsverhalten ändert sich! Ich liebe Make-up und habe vorher Tonnen an Geld dafür ausgegeben, doch jetzt könnte ich statt dessen ständig Babysachen kaufen und denke gar nicht mehr an die neuste Lidschatten–Palette 
  12. Schwangerschaftsstreifen entstehen – und das unabhängig davon ob und wie viel und mit was du cremst… Dein Bindegewebe neigt entweder dazu oder nicht. 
  13. Stilleinlagen… leider ist das nicht nur nach der Schwangerschaft notwendig, sondern muss manchmal schon vorher zum Einsatz kommen 
  14. Babytritte bleiben was besonderes – auch wenn es manchmal nicht angenehm ist. Es ist nie was Selbstverständliches und nerviges und zaubert (zumindest mir) immer ein Lächeln aufs Gesicht 
  15. Andere Mütter können so garstig sein! Grade in Internetforen gibt es so manche fiesen Exemplare, die prinzipiell alles was du sagst und machst falsch finden und nur ihren eigenen Weg als richtig akzeptieren können. 
  16. Es gibt so viel Auswahl… grade was Kinderzimmerausstattungen usw betrifft. Man sollte wirklich nachdenken, ob man manche Dinge wirklich braucht und ob sie gut fürs Kind sind, oder ob sie einfach nur nett aussehen aber nicht praktisch sind
  17. Andere werden dir immer Tipps geben! Auch wenn das Kind noch nicht auf der Welt ist, jeder hat schon jetzt wahnsinnig hilfreiche Tipps und Tricks und wird dir immer wieder welche mit auf den Weg geben. 

Neues aus der Babykiste

Die Zeit kann gar nicht schnell genug rum gehen, bis der nächste Frauenarzttermin ansteht und wir unser kleines Baby wiedersehen können. Ich bin regelmäßig so aufgeregt, bevor ein Termin ansteht und mache mir gleichzeitig Gedanken – ich denke das werde ich nicht abstellen können. In meinem Kopf werden sich immer tausend Fragen ansammeln und ich werde mir immer Gedanken machen ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Diese Sorgen sind zum Glück unbegründet gewesen. 

Gestern war es dann endlich soweit – unser großes 2. Trimester-Screening stand an, ich war inzwischen in der 19. Schwangerschaftswoche und wir waren wirklich voller Erwartung, denn bislang kannten wir das Geschlecht unseres Babys nicht und hofften, dass es sich nin ändern würde. Unser Termin war um 17 Uhr, nur war ich an dem Tag schon um 6 Uhr wach. Ich konnte einfach nicht mehr schlafen, auch wenn ich sehr müde war – zu hibbelig war ich. Und so hatte ich viel Zeit totzuschlagen, bis wir los mussten. Lernen, Kochen, stylen… für all das hatte ich ausgiebig Zeit. Und dann durften wir endlich los. Wir haben beide kein Auto, deshalb müssen wir bei sowas leider immer auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurück greifen. Nur wurden an den Ubahn-Schienen grade Bauarbeiten durchgeführt, das bedeutete 2 mal umsteigen. Dadurch waren die Ubahnen natürlich überfüllt und es war warm. Mir ist sowieso dauernd zu warm, da machte es das nicht grade besser 😃

Der Termin dauerte natürlich länger als die anderen Vorsorgetermine, aber das war abzusehen  und war auch gut so. Bei Ultraschall erklärte der Arzt uns immer schön alles und zeigte mir auch, wie mein Baby in meinem Bauch lag, damit ich eine gewisse Vorstellung davon machen konnte. Das war schon sehr hilfreich, denn was da drinnen vorgeht sieht man ja nicht, man fühlt es gegebenenfalls. Als er das Herz geschallt hat war ich besonders ängstlich und habe wirklich gehofft, dass alles in Ordnung ist und mein Herzfehler sich nicht erblich auf das Kind übertragen hat – denn das war etwas, dass uns kein Arzt sagen konnte – ist der Herzfehler vererbbar oder nicht? Aber er sagte, dass soweit alles gut aussah und ich konnte aufatmen. Während dem Ultraschall musste ich wirklich auch lachen, weil der Arzt ein wenig verzweifelt war, da das Baby wirklich keine Minute still halten wollte. Auch wollte es sich nicht so gerne im 3D-Abbild aufs Gesicht schauen lassen und immer die Hand davor gelegt. Und dann kam natürlich die spannende Frage – Junge oder Mädchen? Tja, auch da machte es das Baby dem Gynäkologen nicht so einfach, warum auch 😃 Er konnte nur gelegentlich einen Blick auf den Genitalbereich legen, aber er sagte schließlich, dass er davon ausgehe, dass es ein Mädchen ist, aber er will seine Hand dafür nicht ins Feuer legen. Ich schaute natürlich sofort zu meinem Freund. Dieser war ja der festen Überzeugung, dass es ein Junge wird und man sah das Lächeln, dass er die ganze Zeit auf dem Gesicht hatte leicht schwinden – damit hatte er nicht gerechnet 😃 Ich fragte den Arzt nochmal und er sagte, dass er wirklich denkt es wird ein Mädchen und fragte dann, ob das etwa schlimm sei. Natürlich nicht! Ich freute mich wahnsinnig, denn ich hatte mir schon immer eine kleine Tocher gewünscht. Lustig war ja auch, dass mir kaum einer zutraut einen Jungem zu kriegen. Die meisten sagten, ich würde ein Mädchen kriegen – eine „Mädchen-Mama“ nannte man mich. Verrückt, wie man sich da schon vorher so festlegt, aber es stimmt. Ich ertappte mich auch schön öfter dabei, wie ich sagte, dsss ein Junge oder ein Mädchen zu einem gewissen Elternteil passte. 

Ich bin sehr froh, dass dieser Termin so verlief und man uns beruhigen konnte. Unser Kind scheint gesund zu sein und gut entwickelt und es scheint alles genau so zu verlaufen, wie es soll. Durch meinen Herzfehler wird aber noch einmal genauer draufgeschaut ob mit dem Baby alles stimmt und so muss ich einen Termin wahrnehmen bei einem Spezialisten, der einen exakten Organultraschall vornehmen wird. Diesen Termin habe ich auch schon vor zwei Wochen ausgemacht, als die Riskiosprechstunde für Schwangere mit komplexen Herzfehlern sich dafür ausgesprochen hat. Diesen Termin haben wir Anfang September, also sind noch ein paar Wochen Zeit bis dahin und ich kann es kaum erwarten unser Baby – unser Mädchen, dann wiederzusehen 😍

Ein Arzttermin jagt den nächsten…

Das erste Trimester verging im Nachhinein, wie im Flug, doch wenn man drin steckt, könnte es gar nicht schnell genug rum gehen. Mal abgesehen davon, wie schlimm die Umstellung für den Körper ist und welche Schwangerschaftssymptome einen plagen, ist da noch die Angst, dass im ersten Drittel der Schwangerschaft etwas passieren könnte. Ich glaube alle Mamas und alle die noch Mamas werden sind damit vertraut. Man macht sich verrückt, achtet auf jede Kleinigkeit und denkt ständig nach. Am besten sollte man das Internet in dieser Zeit meiden, denn das hilft einem nun wirklich nicht weiter. Was ich alles für Statistiken gelesen habe und die traurigen Geschichten die manche Sternchenmamis geteilt haben machten das warten auf das Ende der 12. Woche unerträglich. 

Aber alles lief gut – zum Glück. Und mein kleines Baby entwickelte sich gut. Das Problem an der Sache war eher ich. Ging es mir im ersten Trimester noch recht gut, so schlug mein Körper ab der 14. Woche richtig zu. 

Dazu muss man sagen, dass ich einen angeborenen Herzfehler habe. Ich wünschte ich könnte diesen jetzt etwas runter spielen und sagen, dass er recht banal ist, doch wäre das eine glatte Lüge. Ich könnte jetzt ein paar Diagnosen hinknallen, und vielleicht könnte manch einer etwas damit anfangen, aber ich denke für viele wäre das eher langweilig. Ich kann aber soviel sagen, dass ich schon einen langen Weg hinter mir habe und dieser noch nicht vorbei ist. Alleine fünf OPs am offenen Herzen reichen einem schon für ein Leben lang. Leider wird mein Herzfehler nie geheilt sein und ich werde mich immer wieder langen und schweren Operationen unterziehen müssen, die nicht einfacher werden. Laut meinen Ärzten bin ich ungefähr bei der Hälfte meiner Lebenserwartung angekommen und werde irgendwann ein neues Herz benötigen müssen. Aber ich versuche das etwas positiver zu sehen. Die Medizin entwickelt sich immer weiter und irgendwann wird es vielleicht Mittel und Wege geben, mir und auch anderen Menschen mit ähnlichen Fehlbildungen und Komplikationen am Herzen zu helfen. 🙂 

Doch dieser Herzfehler war es auch, der meine Ärzte dazu bewog, mir zu sagen, dass sie mit enormen Schwierigkeiten rechnen müssen, wenn ich einmal schwanger werden würde. Sie haben es mir nie verboten und mir auch nie davon abgeraten, aber sie warnten mich, dass es ein sehr beschwerlicher Weg sein würde. Sie behielten nun also Recht. Denn ab der 14. Woche merkte ich immer wieder sie die Luft knapper wurde. Ich hatte schon mit den kleinsten Dingen meine Probleme. Ein mal die ganze Wohung durch saugen? Unvorstellbar ohne mehrere Pausen. Ich kam außer Puste, wenn ich putzte oder nur mal etwas schneller gehen musste. Vom Treppensteigen fang ich gar nicht erst an. Und dann waren da ständig die Stolperer, die mein Herz machte, das Rasen, dass aufeinmal kam, wenn ich ruhig im Sessel saß und etwas gelesen habe. Ich spürte meinen Herzschlag bis in den Hinterkopf, mein Kreislauf machte mir Probleme. Zwar war mein Puls erhöht, aber mein Blutdruck niedrig, deshalb neigte ich dazu zu kollabieren. Das alles schmälerte dieses wunderschöne Erlebnis ein Kind in sich zu tragen natürlich etwas. Ich weinte oft weil ich mich überfordert fühlte, bemühte mich gleichzeitig aber, doch ruhig zu bleiben, damit es meinem Baby gut ging. Das war alles andere als einfach und verlangte mir viel ab. 

Und auch die weiteren Unersuchungen die ich hatte machten es nicht einfacher. Die Frauenarzttermine waren für mich immer etwas schönes, denn da ging es nicht um mich, sondern um unser Baby. Aber meine Kardiologin raubte mir schnell alle Illusionen. Ihre Untersuchungen ergaben, dass mein Herz jetzt schon stark belastet ist und das meine rechte Herzkammer seit dem letzten Mal vergrößert ist. Der Ultraschall den sie durchführte dauerte ewig und das beunruhigte mich sehr. Wir führten anschließend ein längeres Gespräch in dem sie mir einige Ratschläge gab, unter anderem müsste ich zu einer speziellen Sprechstunde für Schwangere mit angeborenen Komplexen Herzfehlern. Vor ein paar Tagen rief ich dort an um einen Termin auszumachen und erklärte dort meine Situation. Die Mitarbeiterinnen waren sehr nett und verständnisvoll, aber man sagte mir auch, dass sie es nicht verstehen, warum ich noch nicht auf einer kardiologischen Station zur Überwachung liege. Irgendwie schockierte mich diese Aussage, denn ich selbst schätzte die Situation nicht als so dramatisch ein. Versteht nicht nicht falsch. Ich fühlte mich nicht gut, aber so ging es mir schon sehr, sehr oft in meinem Leben und deshalb lag es mir fern in ein Krankenhaus zu gehen. Wenn man seine halbe Kindheit in einem Krankenhaus verbringt, hat man Schwierigkeiten damit, sich wieder dorthin zu begeben und keine negativen Gefühle zu entwickeln. Da ich erstmal nicht ins Krankenhaus möchte, werde ich jetzt eine ganze Menge Arzttermine bewältigen müssen. Sollte sich mein Zustand verschlimmern, werde ich aber natürlich vernünftig sein, denn hier geht es nicht nur um mich. Aktuell freue ich mich über jeden Tag an dem es uns gut geht und wir zuhause verbringen können, doch mir ist bewusst, dass dies nicht so bleiben wird und ich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein paar Aufenthalte in der Klinik buchen kann. 

Heute freu ich mich allerdings darüber, dass wir die 18. Schwangerschaftswoche erreicht haben und ich meinen kleinen Bauchzwerg immer öfter spüre 🙂 ❤

Oh Baby… wie es weiter ging… 

Nun wusste ich also, dass ich ein Baby erwartete. Ich würde Mama werden. In meinem Kopf spielten sich gefühlte 1000 Gedanken ab. Selbstverständlich überwog die Freude. Aber da war auch so viel Angst…

Angst darüber wie mein Freund reagiert…

Angst darüber was passiert, wenn er es nicht will – unsere Beziehung war kritisch… was wenn sie das nicht überstehen würde? 

Ich hatte Angst, dass der Test doch nicht richtig war und ich am Ende gar nicht schwanger war

Oder das mein Herzfehler, den ich seit Geburt an habe zu einem enormen Problem wird… 

Da war so viel Angst, und doch konnte ich nicht aufhören zu grinsen… Nein. Negative Gedanken waren nicht angebracht. Es würde alles gut werden! Das sagte ich mir fest. 

Nun war die Zeit gekommen, es ihm zu sagen. Ich hatte mir schon oft darüber Gedanken gemacht, wie ich sowas verkünden würde, hatte die süßesten Ideen im Kopf – doch wie soll man sie umsetzen, wenn der andere sich nicht meldet? Also habe ich ihm lediglich ein Bild gesendet, in der Hoffnung das er darauf reagieren würde, wenn er schon meine vielen Nachrichten, die ich ihm die letzten Tage geschickt hatte, ignoriert hatte. Ich schickte ihm lediglich ein Bild und wartete… 

    

Und die Antwort kam schneller als gedacht. Er war geschockt, konnte es nicht glauben. Versprach aber zu mir zu kommen und mit mir zu reden. Wieder warten. Ich konnte aber nicht warten. Ich musste raus, ein wenig laufen. Also schnappte ich mein Handy und meine Kopfhörer und spazierte ein wenig draußen herum und hing meinen Gedanken nach. Ich lief Richtung Ubahn und traf dort meinen Freund und wir gingen zu einem Spielplatz in der Nähe, und setzten uns. Anfangs war es eher so, dass wir schwiegen. Wie redet man am besten über sowas? Aber dann kam das Gespräch doch ins Rollen… 
Wir wollten beide Kinder. Aber der Zeitpunkt war so ungünstig. Aber wann ist ein Zeitpunkt jemals günstig? Es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt. Irgendwas ist immer. Und deshalb enttäuschte mich seine Reaktion am Anfang sehr. Ich weinte, er wusste nicht damit umzugehen. Wir gingen nach Hause und redeten auch dort noch weiter. Irgendwann musste er wieder nach Hause und ich sagte ihm, er solle nachdenken, nochmal darüber schlafen und vielleicht sieht er das ganze dann ja anders. 

Und ein paar Tage später hatten wir den Termin beim Frauenarzt, bei dem er mit dabei sein wollte. Und siehe da… er war wie ausgewechselt – er machte Witze, wirkte gelöster und so als würde er sich freuen. Zwar war er noch etwas verhalten, aber als er dann das erste Mal unser Baby sah – zumindest das was man davon sehen konnte in diesem Stadium – akzeptierte er das was auf uns zukam. Er war bereit Papa zu werden und bestätigte das, was ich mir am Anfang gesagt hatte:

Alles wird gut! Wir bekommen unser Baby 😍

Muttertag

Ich glaube das erste Mal sagte ich, dass ich Mutter werden will im Alter von 12 Jahren. Da fragte mich jemand nach meinem Berufswunsch – und ich antwortete „Ich will Mama werden“ So im Nachhinein muss ich etwas schmunzeln, denn viele würden auf diese Frage etwas anderes antworten, gerade Kinder. Aber ich wollte Mutter werden – mit spätestens 25 das erste Kind. Das war mein Wunsch, so hatte ich es mir ausgemalt. Doch natürlich lief es anders als geplant und ich bin nicht mal böse, dass meine Pläne anders ausgingen.

Mein Freund und ich durchliefen eine schwierige Phase März und April diesen Jahres. Es war ein ständiges Auf und Ab und wir standen nahe am Abgrund unsere Beziehung. Für mich war ein Punkt erreicht an dem ich nicht mehr weiter machen konnte und so auch nicht mehr wollte. Ich gehe natürlich nicht ins Detail was die Auslöser dafür waren, denn das wäre ihm gegenüber nicht fair. Aber soviel kann ich sagen: Hätte ich mich nicht entschieden durchzuhalten und ihm noch eine Chance zu geben, wäre alles wohl anders gekommen als es jetzt ist. 

Es wunderte mich auch nicht, dass ich meine Periode am Anfang nicht kriegte. Wenn man so viel Stress erlebte, wie ich es die letzten Monate getan hatte und dazu noch ständig arbeitet, da kann der weibliche Körper schon mal ein paar Faxen machen – das kennt jede von uns… Ich dachte mir also, dass meine besonderen Tage schon kommen würden. Ist ja schließlich nicht das erste Mal, dass sie sich verspäten. Und so wartete ich geduldig, genoss meinen Urlaub, in dem mein Freund mir tatsächlich versuchte zu beweisen, dass er es ernst meinte und sich ändern möchte und dachte nicht viel nach. Dann war ich 6 Tage überfällig und wartete daheim auf meinen Freund – wir sind dann ein wenig spazieren gegangen, wir redeten ein wenig und ich sagte ihm, ich sei immer noch überfällig. „Da wird schon nichts sein. Das ist nicht das erste Mal!“, sagte er mir. Und recht hatte er, ich glaubte selbst daran. 

Einen Tag später fuhr ich mit meiner Mutter und meiner Nichte nach Hanau. Wir wollten meine Oma wieder nach Hause bringen, die dort wohnte und ein wenig Urlaub bei meiner Mutter gemacht hat. Meine Oma sitzt im Auto immer vorne, dass war schon immer so. Also wurden meine Nichte und ich nach hinten auf die Kindersitze verfrachtet. Ich bin jemand, der nicht sehr gut hinten sitzen kann. Mir wird oft schlecht, grade wenn wir fahren und ich dabei lese. Aber bei dieser Autofahrt war mir schon schlecht sobald ich meiner Nichte, die natürlich beschäftigt werden möchte mit sechs (inzwischen ist sie sieben), nur den Kopf zuwandte. Mir wurde nicht nur so ein bisschen schlecht, nein… ich hatte das Gefühl sofort meinen Mageninhalt entleeren zu wollen… tat ich aber nicht. An diesem Tag äußerte ich das erste Mal meiner Mutter gegenüber, dass ich vielleicht schwanger sein könnte. Wir redeten ein wenig. Aber auch hier, war die Aussage wieder, dass ich abwarten soll. Also wartete ich… darin war ich inzwischen richtig gut…

Und ehrlich ich hatte das Gefühl, dass ich bald meine Periode bekommen sollte. Ich hatte Krämpfe und meine Brüste waren empfindlich, ich bekam Pickel – alles wie immer, nur das nichts kam. Ich war nur so unendlich müde, ich hatte das Gefühl nie mehr richtig wach zu werden. Doch trotzdem konnte ich in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai keine Ruhe finden. Ich dachte lange nach, schrieb Tagebuch, und dachte noch mehr nach. Ich war 10 Tage darüber, bzw. dann 11 Tage… das ist nicht normal. Das konnte es einfach nicht sein. Und dann kam die Angst… ich muss rausfinden was los ist. Ich habe am Montag Nachtschicht, mein Urlaub wäre vorbei. Ich bin Krankenschwester. Was wenn ich schwanger bin??? Was wenn ich im Nachtdienst jemanden reanimieren muss oder mit potentiell infektiösen Patienten zu tun habe? Was wenn ich arbeiten gehe, wirklich schwanger bin und dann passiert dem Baby was? Ich wollte so dringend mit meinem Freund reden. Doch keine Chance… wir hatten uns vor zwei Tagen gestritten und redeten seitdem nicht miteinander. Das war eine seiner Spezialitäten… wenn er etwas angestellt hatte, meldete er sich nicht – stundenlang, manchmal auch tagelang nicht. Also blieb ich alleine mit meinen Gedanken, hörte Musik und schrieb. Und irgendwann war ich sicher – „Du bist schwanger!!!“ Ich fühlte mich schwanger. Es war einfach so. Und ich schrieb es in mein Tagebuch. Aber ich musste es sicher wissen. Ich wollte mich nicht krank melden für den Nachtdienst, wenn ich nicht sicher schwanger war. Was wenn ich mich doch irrte? Ich konnte es nicht leiden auf Arbeit zu fehlen und machte das nur, wenn es wirklich nicht anders ging.

Also stand ich Sonntag, dem 14. Mai – am Muttertag – um 5 Uhr auf und ging duschen, nach einer Nacht ohne Schlaf. Ich schaute nach, wann der Müller am Hauptbahnhof öffnen würde, schließlich war das die einzige Möglichkeit am Sonntag einen Schwangerschaftstest zu bekommen. Hm… um acht Uhr – noch 2 Stunden und 39 Minuten… Ich atmete durch,und überlegt was ich so lange mache… „Erst mal einen Kaffee!“, dachte ich mir und bereitete mir auch einen zu. Mit meiner riesen Tasse Kaffe ging ich zu meinem Schminktisch, setzte mich und fing an mich zu schminken. Irgendwann war es zehn vor acht und ich konnte endlich los gehen zur Ubahn – den Kaffee habe ich nicht mal zur Hälfte getrunken, keine Lust darauf gehabt. Von meiner Wohnung bis zur Ubahn dauert es normalerweise 10 Minuten. Aber es kam mir dieses Mal viel kürzer vor. Und kaum versah ich mich, da stand ich auch schon im Müller im hinteren Regal vor den Schwangerschaftstests… warum gibt es da so viel Auswahl? Man pinkelt doch nur auf so ein Stäbchen… Ich schnappte mir einen, der nicht mal 5 Euro kostete und ging zur Kasse. „Schönen Tag noch!“, sagt die Verkäuferin und lächelt mich an. „Danke gleichfalls!“, antworte ich nervös und begebe mich wieder auf den Heimweg. Die Ubahn fährt Sonntags nur alle 10 Minuten, und ich musste noch 8 Minuten warten… also schnell noch ein Wasser kaufen. Schließlich muss ich jetzt trinken, ich will ja den Test so schnell wie möglich machen. Irgendwie ging der Weg nachhause noch schneller als der Weg zum Bahnhof hin. Und kaum war ich zur Tür rein packte ich mit nervösen, zitternden Fingern dem Test aus. 

Ich hatte schon mal einen Schwangerschaftstest gemacht. Ich wusste natürlich wie das geht. Was soll daran auch so schwer sein? Trotzdem las ich die Anweisung so genau durch als studierte ich etwas sehr wichtiges. Okay, es war Zeit den Test zu machen. Jetzt erfahre ich ob mein Bauchgefühl richtig war… 

Der 2. Streifen, der auf dem Test eigentlich der 1. Streifen ist, wenn er denn auftaucht, erschien so schnell, dass ich meinen Augen kaum trauen konnte. Ich zitterte… auch der Kontrollstreifen erschien… es waren zwei Streifen! Zwei!!! Da waren zwei Streifen! Ich war schwanger!!! 

Ich hastete sofort zum Telefon und wählte eine Nummer. „Bitte geh dran! Bitte!“, flehte ich. Und sie ging dran. Meine Mama. Ich stammelte ein wenig vor mich hin, war total außer Atem. Ich sagte etwas wie „Mama, ich wünsche dir alles Liebe zum Muttertag und es tut mir Leid das ich heute nicht bei dir sein kann. Ich würde dir auch gerne was schenken, aber kann es grade nicht… und…ich muss dir was sagen… ich bin schwanger!“ – Stille. Und dann kommen die erleichterten Glückwünsche meiner Mama. Sie freut sich so sehr. Und ich freue mich und ich bin überfordert. Meine Mama sagt dann „aber das ist doch das schönste Geschenk, dass du mir machen kannst!“ Und dann war es um mich geschehen – ich weine und irgendwann weint sie… 

Und so erfuhr ich an Muttertag, dass ich Mutter werde.

Jetzt musste ich es nur noch dem werdenden Vater sagen.

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